Warum werden aussergerichtliche Anwaltskosten nicht gegen den Prozessverlierer festgesetzt?

Heute möchte ich Sie über einen wichtigen der vielen Rechtsirrtümer aufklären – wichtig deswegen, weil es sich um Geld handelt. Ich werde von Mandanten immer wieder gefragt, warum ein Prozess gewonnen worden ist und trotzdem die vorgerichtlichen Anwaltskosten vom Gericht nicht gegen den Prozessgegner festgesetzt werden. 

Zunächst einmal muss man hier klar trennen.  Alles, was sich nicht zwangsläufig aus Prozesshandlungen ergibt, kann nicht Gegenstand des Kostenfestsetzungsverfahrens sein, weil nur prozessuale Tätigkeiten (Anträge im schriftlichen Verfahren und im Termin) sich zweifelsfrei aus der Verfahrensakte ergeben (das Kostenfestsetzungsverfahren bildet – da mithin ein Erstattungsanspruch tituliert wird –  eine Ausnahme vom Richtervorbehalt für gerichtsbekannte Verfahrenskosten). Die sog. Kosten des Rechtsstreits sind demnach nur die Gerichtskosten sowie die für die anwaltliche Vertretung im Prozess entstehenden Gebühren (regelmäßig sind das die Verfahrens- und die Terminsgebühr). 
 
Außergerichtliches anwaltliches Tätigwerden ergibt sich evident nicht aus einem Verfahren und stellt – das sagt schon die Bezeichnung „außergerichtlich“ – keine Prozesshandlung dar. 
 
Auch gibt es – außer in Schadensfällen als Teil des ersatzfähigen Schadens (bei Mahnungen als sog. Verzugsschaden) unter dem Aspekt der Kosten der Rechtsverfolgung –  bei außergerichtlicher anwaltlicher Inanspruchnahme regelmäßig keinen Erstattungsanspruch, insbesondere auch dann nicht, wenn der Gegner außergerichtlich unberechtigte Forderungen angemeldet hatte und man deswegen einen Anwalt – zur rechtlichen Prüfung und gegebenenfalls zu einem außergerichtlichen Erwiderungsschreiben – beauftragt hat. Dies ergibt sich daraus, dass es jedem selbst überlassen bleibt, auf ein außergerichtliches Schreiben / eine Mahnung der Gegenseite zu reagieren oder nicht (egal ob dieses von dem Gegner selbst oder von dessen Rechtsanwalt verfasst worden ist). Gerade hier ist eine Rechtsschutzversicherung sinnvoll, die dann die Kosten des außergerichtlichen anwaltlichen Beistandes übernimmt (mit der – wenn auch in der Praxis regelmäßig vagen – Chance , dass hierdurch ein Rechtsstreit vermieden werden kann).
  
Der für das Kostenfestsetzungsverfahren zuständige Rechtspfleger kann (bei Rechtskraft der das Verfahren beendenden Gerichtsentscheidung) aber regelmäßig nur die Verfahrens- und Terminsgebühr (ggf. zuzüglich  der  Auslagen und – bei Nichtberechtigung zum Vorsteuerabzug – die erhobene Mehrwertsteuer) des Rechtsanwalts gegen den Gegner nach Maßgabe der Kostengrundentscheidung festsetzen, weil deren Anfall sich bei Prozessbeendigung aus der Akte evident ergibt. 
 
Ob und in welchem Umfang dagegen vorgerichtliche Kosten entstanden sind, kann und darf dieser niemals prüfen, weil er einerseits den materiellen Prozessstoff nicht beurteilen darf (Richtervorbehalt), andererseits das vorgerichtliche Tätigwerden vom Gegner im Verfahren bestritten werden kann. Hierfür gilt – wie bei jedem materiellen Sachvortrag – natürlich der Richtervorbehalt, d.h. nur ein Richter darf in der Sache feststellen, ob ein Anspruch besteht oder nicht. Dies ist im Bereich des Zivilrechts in einem Rechtsstaat natürlich nur im Rechtswege (Mahnverfahren, Leistungsklage) möglich.
Dieser Beitrag stellt – angesichts der Komplexität des Gebührenrechts – natürlich keine Rechtsberatung dar, sprich dieser kann eine einzelfallbezogene Beratung nicht ersetzten, weshalb für die Vollständigkeit und Richtigkeit dieses Beitrags eine Haftung nicht übernommen werden kann. Für vertiefte Fragen zu den gerichtlichen und anwaltlichen Kosten können Sie sich jederzeit bei mir persönlich melden.
Ihr 
RA Wolfgang Schwemmer
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Verkehrsrecht

Im Bereich des Verkehrsrechts sind Schwerpunkt  der anwaltlichen Praxis

  • die Verfolgung bzw. Abwehr von zivilrechtlichen Ansprüchen im Zusammenhang mit der Schadensregulierung bei Unfällen. Ist es bei einem Verkehrsunfall zu Personenschäden (Invalidität oder Tod von Unfallbeteiligten) gekommen, betrifft dies den Anspruch auf Schmerzensgeld bis hin zu Renten- und Unterhaltsansprüchen des Verletzten oder dessen (unterhaltsberechtigten) Angehörigen, Ersatzanspruch bei Verdienstausfall und bei unfallbedingten Aufwendungen (z.B. der Kosten für notwendige Medikamente, medizinische Rehabilitations-Maßnahmen oder für eine Haushaltshilfe). Bei  Sachschäden geht es darum, möglichst zügig, den Ersatz der Reparaturkosten beizutreiben. Hierbei sollte möglichst sofort durch Hinzuziehung eines Sachverständigen – neben der Feststellung des Reparaturaufwands – auch die Feststellung des Restwertes bzw. des merkantilen Minderwertes des beschädigten Fahrzeugs veranlasst, die Höhe des Nutzungsausfalls ermittelt und ggf. die Kosten eines  Ersatzfahrzeugs bei der Versicherung des Unfallverursachers angefordert werden. Die Schadensregulierung kann aufgrund einer Vielzahl möglicher Unfallfolgen und – im Einzelfall – bei ungeklärter Schadensverursachung mitunter sehr aufwändig sein.  Die Problematik liegt in diesem Bereich des Schadenersatzrechts vielfach bei der Beweis- und Darlegungslast betreffend der – für den Mandanten günstigen – Tatsachen. Für die anwaltliche Vertretung ist – neben der Ermittlung von Schadensumfang und -höhe – dabei wichtig, eine weitestgehend lückenlose Darlegung der Schadensverursachung (man spricht von haftungsbegründer und -ausfüllender Kausalität) sowie den Nachweis der für die Kausalität vorhandenen Tatsachen zu erbringen. Für den Unfallbeteiligten empfiehlt es sich daher, frühzeitig einen Anwalt zu beauftragen, der die anspruchsrelevanten Tatsachen und Beweismittel aufnimmt und ggf. selbst noch notwendige zusätzliche Ermittlungen zur Sachverhaltsaufklärung und Beweissicherung durchführt. Ziel muss dabei immer sein, auch bei einer nicht abgeschlossenen Schadensentwicklung ohne einen zeit- und kostenintensiven (mehr-)instanzlichen Prozess dem vertretenen Verletzten zügig zu einem Ausgleich seines Vermögensschadens zu verhelfen. Bei der Vertretung des wegen Schadenersatz in Anspruch genommenen  Unfallbeteiligten ist es die Aufgabe des Anwalts, den Mandanten vor unberechtigten und/oder überzogenen Ansprüchen der anderen Beteiligten zu schützen. Hier kommt dem Anwalt die Aufgabe zu, den Sachverhalt intensiv auf sämtliche im Einzelfall zur Verfügung stehenden Einwendungen und Einreden gegen mögliche Forderungen des Unfallgegners zu erforschen und diese – im Streitfall – gerichtsfest in das Verfahren einzuführen. Hier bietet insbesondere die Widerlegung der Kausalitätskette große Chancen, erhobene Ansprüche der Gegenseite erfolgreich abzuwehren.
  • die Verteidigung in Verkehrsstrafverfahren (z.B. gegen den Tatvorwurf der (fahrlässigen) Körperverletzung, des unerlaubten Entfernens vom Unfallort (bekannt als „Fahrerflucht“ / „Unfallflucht“), der Trunkenheitsfahrt bzw. der Straßenverkehrsgefährdung, des Eingriffs in den Straßenverkehr, des Fahrens ohne Führerschein usw.) bzw. in Verkehrsordnungswidrigkeitenverfahren (vorwiegend bei verhängtem Bußgeld bzw. Fahrverbot bei Geschwindigkeitsübertretung o.a. Verstößen gegen die Straßenverkehrsordnung, etwa Fahren unter Alkoholeinfluss bis 1 0/00 mBAK etc.) – umfasst sämtliche Tätigkeiten zur Entlastung des Mandanten – von der Akteneinsicht bis hin zu Beweisanträgen mit dem Ziel der Entlastung des vertretenen Beschuldigten/ Betroffenen; hier sollte der Anwalt nicht erst die Eröffnung des Hauptverfahrens abwarten, sondern bereits möglichst frühzeitig – vorzugsweise im Ermittlungsverfahren – die notwendigen Beweis- bzw. Beweisermittlungsanträge stellen, damit es erst gar nicht zum Verkehrsprozess kommt. In der Hauptverhandlung hat der Rechtsanwalt als Verteidiger nicht nur bei der Sachverhaltsermittlung auf eine Feststellung der den Mandanten entlastenden Tatsachen hinzuwirken, sondern auch im Rahmen der rechtlichen Erörterung das Gericht zur Würdigung der entlastenden Tatsachen  anzuhalten. Dies betrifft nicht nur die Ebene des (objektiven und subjektiven) Tatbestandes einer Straftat bzw. Ordnungswidrigkeit, sondern auch Fragen der Rechtswidrigkeit und des Verschuldens. Kommt es zu einer Verurteilung, so kommt dem Verteidiger die Aufgabe zu, sämtliche für den Mandanten günstigen – für die Strafzumessung relevanten – Umstände vorzutragen. Für viele Angeklagte / Betroffene ist im Bereich der  Nebenstrafe wichtig, die Verhängung eines langfristigen Fahrverbotes oder gar einer Entziehung der Fahrerlaubnis zu vermeiden. Dies verlangt dem Anwalt u.U. ein gewisses Maß an Verhandlungsgeschick ab.
  • Fragen der Fahrzeug-Zulassung
  • Führerscheinverfahren

Hinzu kommen aber noch viele andere Fragen, wie z.B. das Straßen- und das Straßenverkehrsrecht.

Vorsorglich ergeht der Hinweis, dass vorstehender Beitrag nur ein grober Anriss der komplexen Materie sein kann. Dieser kann insbesondere nicht die Beratung im Einzelfall ersetzen und daher keine Rechtsauskunft darstellen (vorsorglich ergeht daher der Hinweis, dass für die Richtigkeit und Vollständigkeit des vorstehenden Inhalts vom Verfasser keine Haftung übernommen wird).

Für Fragen zu Verkehrssachen stehe ich Ihnen natürlich auch für ein persönliches Gespräch zur Verfügung unter: Kontakt (bitte abklicken!)

Ihr Anwalt

Wolfgang Schwemmer

www.rechtsanwalt-schwemmer.de

Arzthaftung

Das Verhältnis zwischen Arzt und Patient unterscheidet sich von allen anderen Vertragsbeziehungen schon dadurch, dass der Patient oder die Patientin dem Arzt oder Krankenhaus nicht etwa ein Werkstück zur Reparatur, sondern den eigenen Körper, bei Psychiatern sogar das innerste Seelenleben anvertraut. Wegen der damit verbundenen besonderen Verantwortung muss der Patient /die Patientin dem Arzt in vollem Umfang vertrauen können. Auch Ärzte machen Fehler – nur, dass die Folgen von Arztfehlern für das weitere Leben des Patienten u.U. weitaus gravierender als die Folgen anderer Eingriffe in die persönliche Rechtsspäre sein können.

Durch Behandlungsfehler etwa kann unter Umständen nicht nur das Leben des / der unmittelbar Betroffenen, sondern – etwa bei Unterhaltsverpflichtungen eines Patienten gegenüber Angehörigen – das Leben ganzer Familien zerstört werden. Für Patienten ist es dann oft besonders wichtig, zügig zu ihrem Recht zu kommen.

Hier stellen sich regelmäßig folgende Fragen:

Welche Ansprüche habe ich konkret?


Welche Rechte habe ich als Hinterbliebener, wenn der Arzt den Tod eines nahen Angehörigen verschuldet hat?


Wie kann ich den Arztfehler beweisen?


Wann sollte ich Strafanzeige erstatten / wann ist ein Strafantrag erforderlich?


Was kann ich tun, wenn mir der Arzt / das Krankenhaus meine Krankenakte nicht vorlegt?


Was kostet die gerichtliche Geltendmachung?


Unter welchen Voraussetzungen kann ich – bei langwierigen Verfahren – einstweiligen Rechtsschutz erhalten?


Wie und wann komme ich zu einer angemessenen Entschädigung?


Wann verjähren meine Ansprüche?

Im Einzelfall können z.B. Ersatz für Verdienstausfall, Ersatz der Kosten für Medikamente sowie erforderlicher Rehabilitations- und Therapiekosten, Ersatz der Kosten einer Haushaltshilfe, Schmerzensgeld oder – bei Dauerschäden – eine Entschädigungsrente als Ansprüche in Betracht kommen.

Hier gilt es wegen der – oft gegebenen – Komplexität des ärtlichen Eingriffs, frühzeitig Rechtsrat einzuholen, damit notwendige Beweise nicht verloren gehen. Was nützt es, Recht zu haben, wenn man dieses nicht durchsetzten kann, weil man z.B. wegen langem Wartens in der Hoffnung auf gesundheitliche Besserung das ärztliche Verschulden dann nicht mehr nachweisen kann?

Das Arzthaftungsrecht unterscheidet zunächst zwischen folgenden – haftungsbegründenden – Verhalten :

1. Behandlungsfehler

Als Behandlungsfehler wird die nicht angemessene, nicht richtige oder nicht zeitgerechte Behandlung des Patienten durch einen Arzt bezeichnet.

2. Aufklärungsfehler

Als Aufklärungsfehler wird die fehlende oder unzureichende – vor der Behandlung durch den Arzt über Erforderlichkeit und Risiken der Behandlung zu erfolgende – Aufklärung bezeichnet.
Aufklärungspflichten haben dabei nicht nur Ärzte, sondern unter bestimmten Umständen auch das Krankenhauspersonal, Psychotherapeuten, Apotheker oder Pflegedienste.


3. Sorgfaltspflichtverletzung

Sorgfaltspflichtverletzung ist eigentlich ein Unterfall des Behandlungsfehlers, kann allerdings weiter gehen als nur die Verletzung der – nach den Regeln der ärztlichen Kunst durchzuführenden – Behandlung. So treffen den Arzt bei Operationen bestimmte Pflichten, z.B. den Patienten richtig zu lagern usw., um Schädigungen des Patienten zu verhindern, die nicht unmittelbar aus einer fehlerhaften – d.h. nicht nach den Regeln der ärztlichen Kunst durchgeführten – Behandlung herrühren müssen, gleichwohl aber für den Patienten Ersatzansprüche begründen können.

Vorsorglich ergeht der Hinweis, dass der vorstehende Beitrag nur ein grober Anriss der sehr umfangreichen Materie sein kann. Dieser kann insbesondere nicht die Beratung im Einzelfall ersetzen und daher keine Rechtsauskunft darstellen (vorsorglich ergeht daher der Hinweis, dass für die Richtigkeit und Vollständigkeit des vorstehenden Inhalts vom Verfasser keine Haftung übernommen wird). Für spezifische Fragen und Auskünfte zu diesem Rechtsgebiet (etwa dazu, welche Ansprüche in welcher Höhe gegen einen Arzt / eine Ärztin oder gegen ein Krankenhaus im Einzelfall bestehen) stehe ich Ihnen zur Verfügung unter meiner Kanzleianschrift:


Anwaltskanzlei Wolfgang Schwemmer
Birkbuschstrasse 62, 12167 Berlin
14193 Berlin
Tel.: 030 – 310 167 27
Fax: 030 – 310 167 29

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